Erfahrungen eines Fachoberschülers
Artikel drucken Marco Neuber
Der Kampf um's BAföG
Ich entschloss mich Sommer 1998 nach dem Ende meiner Ausbildung zum Elektroniker ein Ingeneur-Studium aufzunehmen.
Ich habe kein Abitur. Also war eine Möglichkeit die Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen das Fachabitur. Aufgrund meiner Vorbildung die Richtung Technik. Ich bewarb mich am Oberstufenzentrum Uckermark in Schwedt. Dort wurde ich auch angenommen. Es stellte sich heraus, dass die zuständige Bafög-Stelle in Prenzlau ca. 12 Wochen für die Bearbeitung des Bafög-Antrages benötigt.
Desweiteren wurde schon von Anfang an davon gesprochen das die mir zustehende max. Fördersumme nicht gezahlt wird. Die Begründung war: "Sie können nun wieder bei Ihren Eltern wohnen". Zur Erinnerung: Das beantragte Bafög war elternunabhängig. Dies zwang mich nun den Wohnsitz und die Schule zu wechseln.
Hier dauert die Antragsbearbeitung 3 Wochen und es wird der Höchstsatz gezahlt. Leider waren in der Zwischenzeit nun schon 3 Wochen ins Land gegegangen. Der Zeitpunkt der erstmaligen Auszahlung nun: 01.12.2000. Was nun ?
Nach Rücksprache mit der Bafög-Stelle in Eberswalde wurde mir geraten beim Sozialamt einen Vorschuss auf die mir zustehende Leistung zu beantragen. Nach deren Erfahrung sollte dies unbürokratisch möglich sein. Die zuständige Sachbearbeiterin des Sozialamtes Eberswalde für den Buchstaben N :-) ->Frau Krüger teilte mir im Verlauf des Telefonates wörtlich mit: "Das Sozialamt hat nicht die Aufgabe ihnen zu helfen". Wie ich finde hat diese Frau wohl die Aufgabe des Sozialamtes, vorsichtig gesprochen, missverstanden.
Fazit: Meine Überlegung, dass es eine öffentliches Interesse gibt das sich junge Menschen fortbilden und qualifizieren uns so nicht in die Arbeitslosigkeit geraten war wohl falsch. Der ständige Hype um den Mangel an IT-Fachkräften - für mich nur leeres Gerede. Ach ja, ich beantragte nun Fahrgeld. Der Antrag wird vom Schulamt in Prenzlau bearbeitet. Nicht das ich kein Fahrgeld bekomme - nein nur nicht zur Schule in Eberswalde. Zur Schule in Schwedt, denn schliesslich könnte ich ja da mein Fachbitur machen.
