Das Leben in Berlin-Kreuzberg
Artikel drucken Alexander und Co
Wenn jemand als Tourist nach Berlin kommt, dann besucht er meist das Brandenburger Tor und die Friedrichstraße,
den neuen Potsdamer Platz oder auch das Schloss in Charlottenburg.
Andere Gegenden ziehen viel weniger Besucher an.
Dabei gehören sie genau so zum Leben der Hauptstadt wie
die bekannten Berliner Sehenswürdigkeiten im Zentrum.
In Kreuzberg leben viele junge, alte und eher sozial schwache Menschen.
Größtenteils leben „linksorientierte“ Menschen wie auch Ausländer in dem multikulturellen Stadtteil friedlich miteinander zusammen.
Die Atmosphäre auf der Straße ist sehr ruhig und gelassen.
Jedes Jahr findet im Sommer der „Karneval der Kulturen“ statt,
wo die verschiedensten Kulturen aufeinander treffen und miteinander feiern.
Das Wohnen in Kreuzberg ist relativ günstig, denn es gibt sehr viele alte Häuser.
Schön sind auch einige Grünflächen wie der kleine Park am Mariannenplatz und der Görlitzer Park am Görlitzer Bahnhof,
der bis zum benachbarten Stadtteil Treptow reicht. Eine Besonderheit, die zum Görltzer Park erwähnt werden sollte,
ist ein riesengroßer Krater in der Mitte des Parks, welcher im Zweiten Weltkrieg durch den Einschlag einer Bombe entstanden ist.
Bis zu diesem Zeitpunkt stand an dieser Stelle ein Bahnhof, dessen wenige Überreste man noch am Rande des Kraters sieht.
Der Görlitzer Park ist im Sommer eigentlich immer gut besucht.
Man findet dort ein absolut buntes Publikum und eine Vielzahl von sportlichen und gemeinschaftlichen Aktivitäten.
Es sind bei schönem Wetter auch immer jede Menge Ausländerfamilien dort, die mit Kind und Kegel,
zum Teil mit ihrer halben Wohnungseinrichtung Grillfeste feiern.
Ebenfalls im Görlitzer Park befindet sich in der dortigen „Wagenburg“ ein kleines Freiluftkino,
wo man in den Sommermonaten abends bei Einbruch der Dunkelheit für einen Unkostenbeitrag von 2,50 DM Filme sehen kann. -
Zwar nicht die neuesten, meist aber ziemlich anspruchsvoll oder witzig.
In der Wiener Straße befindet sich ein sehr schönes Schwimmbad, welches aber leider
mit 7 DM für zwei Stunden relativ teuer ist.
Die Oranienstraße ist ein beliebter Punkt des Nachtlebens.
Überall gibt es Szenekneipen, Clubs und Cafés. Am Ende der Oranienstraße, schon fast in der Friedrichstraße sind der Axel-Springer-Verlag,
der ja eigentlich bekannt sein müsste, und die Bundesdruckerei.
Es gibt auch eine Blindenanstalt, die einzige in Berlin.
In der Friedrichstraße, Ecke Kochstraße ist der berühmte „Checkpoint Charlie“,
welcher nach dem Zweiten Weltkrieg ein Grenzübergang von der US-Besatzungszone zur ehemaligen DDR war.
Die Oranienstrasse und Kreuzberg überhaupt sind auch immer ein beliebter Ort für Demonstrationen und Kundgebungen jeglicher Art.
Am Mariannenplatz findet auch jedes Jahr die „revolutionäre Mai-Demo“ statt,
bei welcher jedes Jahr mehrere tausend Menschen für eine sozialistische Revolution demonstrieren,
was jedes Jahr große Tumulte und Zerstörung mit sich bringt, außerdem ein Polizeiaufgebot von mehreren tausend Beamten,
was im Endeffekt jedes Jahr wieder zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizisten führt.
Ein sehr trauriger, negativer Punkt von Kreuzberg sollte wohl nicht unerwähnt bleiben,
nämlich die Drogenszene, die sich am und rings um den U-Bahnhof Kottbusser Tor befindet.
In der Regel bekommt man davon im Vorbeigehen nicht viel mit und wird auch im Allgemeinen nicht angesprochen,
trotzdem ist es offensichtlich, dass hier Drogen gehandelt werden, und wenn man möchte, kann man schon beobachten,
wie die Drogen ihren Besitzer wechseln.
