Hilfe - keiner will mich
Artikel drucken - Sabriana Jakubowski


Am Montag wurde ich mal wieder über die Hilfsbereitschaft der Menschheit belehrt. Nicht etwa, dass ich es war, die Hilfe brauchte.

Nein es war ein Kolkrabe, von dem ich bis heute nicht weiß, wie er überhaupt in diese mißliche Lage gekommen ist.

Ich war gerade auf dem Weg von der Bibliothek der Uni an den See. Ich wollte mir eine Freistunde vertreiben, als ich neben mir ein Krächzen wahrnahm. Meinen Augen konnte ich kaum trauen, als ich neben mir auf einem Autodach einen todal durchnäßten Raben wahrnahm.

Dieser saß da scheinbar schon seit Ewigkeiten. Der Autobesitzer hatte natürlich nichts besseres zu tun, als in einem ahnsinnstempo loszufahren und den Raben abzuwerfen. Der arme setzte sich dann total verstört auf den Parkplatz und ließ niemanden einparken, bis er sich ins Gebüsch verkroch.

Meine Freundin und ich waren inzwischen zum Pförtner gegangen, der nach Hilfe telefonierte. Wir bekamen aber nur gesagt, vom Tierheim käme dafür niemand raus und auch kein Förster wollte helfen.

Glücklicherweise fand sich dann eine Vogelliebhaberin, die feststellte, dass sich unser Rabe anfassen ließ. Wir telefonierten und eine Mitbewohnerin von uns kam mit ihrem Auto und einem Karton. Der Rabe war ganz lieb, so als ob er wußte, ihm würde geholfen.

Wir setzten ihn in den Karton und fuhren zum Tierheim im Wildpark-Potsdam. Das hatte leider schon geschlossen, aber der Tierarzt nebenan beherbergte unseren Raben bis zum nächsten Morgen.

Dienstag riefen wir dann im Tierheim an. Unser Rabe war dort angekommen und vergnügte sich bereits im Freigehege. Ein Tierarzt sollte ihn noch untersuchen. Vielleich kann er ja bald wieder zurück in die Freiheit.

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