Sanierung der historischen Stadtmauer mit Groß-ABM beendet
Artikel drucken Daniela Windolf
Sanierung der Angermünder Stadtmauer Wie Mauerspechte saßen die ABMer wochenlang an der Stadtmauer, um Fugen auszukratzen, bröckelige Ziegel auszuwechseln und ein neue Mauerkrone zu setzen.
Mauern trennen. Mauern schotten ab. Unrühmliche Geschichten verbinden sich mit dem Symbol Mauer. Doch Mauern können auch verbinden. Geschichte und Gegenwart zum Beispiel.
Die alte Stadtmauer um Angermündes historischen Stadtkern lässt sieben Jahrhunderte zusammenschmelzen. Was den Vorfahren zum Schütze ihrer Siedlungen diente, ist heute eine imposante Sehenswürdigkeit dank der aufwändigen Restaurierung des steinernen Zeitzeugen.
Dass dabei deutlich zu sehen ist, wo Bauleute heute die Kelle angesetzt haben, ist kein Makel, weil mit Respekt vor dem historischen Vorbild gearbeitet wurde.
So ist beispielsweise am ehemaligen Emaillierwerk ein Tor als Durchgang vom neu entstandenen Parkplatz zur Altstadt gebaut worden. Auch das ehemalige Weichhaus wurde nach der Restaurierung um einen kleinen Ausguck erweitert, der nicht nur von Geheimnis witternden Kindern als beliebter Treff entdeckt wurde.
Bis zum Kloster ist die alte Stadtmauer saniert und zum Teil mit neuen Durchgängen zu den Anliegergrundstücken versehen worden. Ziemlich schnell haben sich die Anlieger mit dem umfangreichen Sanierungsvorhaben angefreundet und Entgegenkommen zum Beispiel beim Erwerb von Grundstücksflächen durch die Stadt gezeigt. Die historische Mauer als optische Grenze bleibt ihnen - in neuer alter Schönheit - erhalten. Die Last der Verantwortung für ein altes Denkmal ist ihnen genommen worden. Die Stadt gewinnt mit dem geplanten Rundweg entlang der Stadtmauer ein touristisches Kleinod dazu.
Dass sich mit der Sanierung der Stadtmauer und dem Bau des neuen Parkplatzes zugleich eines der größten und wichtigsten ABM-Projekte der Stadt verbindet, ist den Steinen nicht anzusehen. Wie Mauerspechte saßen die ABMer wochenlang an der Stadtmauer, um Fugen auszukratzen, bröckelige Ziegel auszuwechseln und ein neue Mauerkrone zu setzen. Fachlich angeleitet und betreut wurde die Vergabe-ABM durch die Baufirma Lausch.
Der Parkplatz entstand mit einer Vergabe-ABM unter Regie der Firma Tharo Straßen- und Tiefbau GmbH. Acht arbeitslose Bauhandwerker fanden hier ein Jahr lang eine anspruchsvolle Tätigkeit, die ihre Fähigkeiten schulte und die Chance auf einen festen Job erhöhte. Den konnte die Firma Tharo bereits zwei Mitarbeitern ermöglichen.
Der Parkplatz auf dem Abrissgelände des Emaillierwerkes bietet nun 120 Pkw Platz. Die Anfahrt erfolgt von der Straße des Friedens aus. Zu Fuß erreicht man durch das neue Tor der Stadtmauer in wenigen Minuten das Herz der Angermünder Altstadt mit dem Marktplatz.
Zum Jahresende ist die Groß-ABM ausgelaufen, doch eine Neuauflage im kommenden Jahr ist geplant. Die Chancen für eine Förderung durch das Arbeitsamt sehen nach der erfolgreichen Premiere in diesem Jahr gut aus. Zu tun gibt's noch eine Menge. So soll der alte Wallgraben nachgestaltet, der Rodelberg am Pulverturm abgetragen und an anderer Stelle neu errichtet werden.
Die Sanierung der Stadtmauer und die Gestaltung eines Rundweges wird bis zum alten Kaisergarten fortgesetzt. Für den wurde nach langem Suchen nun ein Investor gefunden, der das Kerngebäude des ehemaligen Kreiskulturhauses im historischen Fachwerkstil als Wohnhaus saniert.
