Silvesterknaller - aber sicher
Schon seit dem Mittelalter gehört ein Feuerwerk mit krachenden Böllern und glitzernden Raketen traditionell zum Jahreswechsel.Video: Wie erkennt man sicheres Feuerwerk
Vorsicht und Rücksicht beim Feuerwerk zur Jahreswende
Schon seit dem Mittelalter gehört ein Feuerwerk mit krachenden Böllern und glitzernden Raketen traditionell zum Jahreswechsel.
Zur Tradition geworden ist inzwischen auch die Aktion "Brot statt Böller" der Deutschen Welthungerhilfe.
Ebenfalls gibt es zu jedem Jahreswechsel die Warnungen vor Schäden für Mensch und Tier durch die Knallerei.
Gaben die Deutschen im vergangenen Jahr 230 Millionen Mark für Knalleffekte aus,
so werden es in diesem Jahr wohl nur 200 Millionen sein.
Die Versicherungsbranche rechnet mit Schäden in Höhe von 400 Millionen Mark.
12 Menschen wurden im vergangenen Jahr durch Unfälle mit Feuerwerkskörpern zum Teil schwer verletzt.
Trend zu optischen Effekten mit Musik
"Flash Art" heißt der neueste Trend bei den Feuerwerken in diesem Jahr.
Dabei werden optische Effekte mit Musik kombiniert. "Die Feuerwerkshows sollen weniger Radau
machen als vielmehr mit schönen Lichtkompositionen beeindrucken", erklärt Markus
Katterle von der Feuerwerk-Firma Flash Art in Bielefeld. Das spektakulärste Feuerwerk dieser
Art wird wohl in Berlin an der Siegessäule zu bewundern sein. Die Vorbereitungen für
den 15-minütigen Feuerzauber dauern vier Tage. Dabei werden optische Effekte auf Musik abgestimmt. "
Die auf Zehntelsekunden genaue Zündung der Effekte erfolgt durch ein bisher einzigartiges digitales und c
omputergestütztes Zündsystem", erklärte Projektleiter Felix Wolff.
Zu dem Feuerwerk gehören rund 2.000 einzelne pyrotechnische Effekte,
die auf vier Ebenen an der Siegessäule installiert werden. Zehn Pyrotechniker sind unter anderem
damit beschäftigt, 25 Kilometer Kabel zu verlegen.
Gefährliche Ware aus Osteuropa
Seit November beschlagnahmt der Zoll bereits Feuerwerkskörper aus Osteuropa an den Grenzen.
Vor ungeprüften "Billig-Böllern" aus Osteuropa warnte auch der Verband der pyrotechnischen Industrie in Ratingen.
Sicheres Feuerwerk könne der Kunde an der so genannten BAM-Zulassungsnummer und an einer seriösen Bedienungsanleitung erkennen,
sagte Geschäftsführer Klaus Gotzen. Warnungen vor ausländischer Ware kamen auch aus dem nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium.
"Wenn die Zulassungsnummer der Bundesanstalt für Materialprüfung fehlt, kann dem Anwender Gefahr
für Leib und Leben drohen", mahnte Minister Harald Schartau. Er wies auch darauf hin, dass Feuerwerkskörper
der Klasse II nicht an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden dürfen. Zur Klasse II zählen praktisch alle Sortimente,
die in verschlossenen Plastik-Packungen angeboten werden, Raketen, Kanonenschläge, Böller, Blitze, Schwärmer
und Ähnliches. Für Kinder geeignet sind allenfalls "Knallfrösche". Aber auch diese harmlosen Knaller
sollten Kinder nie ohne Aufsicht zünden, empfehlen Verbraucherberater.
Video: Wie erkennt man sicheres Feuerwerk
Klarer Kopf beim Knallen
Feuerwerker, Polizei und Feuerwehr haben einige goldene Regeln für den sicheren Gebrauch von Feuerwerk zusammengestellt. So gehören Knaller und Raketen nicht in die Hand von Alkoholisierten. Wichtig ist außerdem eine stabile Abschussvorrichtung, etwa eine leere Flasche oder noch besser Kunststoffrohre, die in die Erde eingegraben werden. Blindgänger und Versager dürfen auf keinen Fall noch einmal angesteckt werden. Besser ist es, sie nass zu machen und vom Händler entsorgen zu lassen.Auf keinen Fall sollten Feuerwerkskörper in dicht gedrängten Menschenmengen gezündet werden. Bei Verbundfeuerwerken, die nacheinander losgehen, ist ein Sicherheitsabstand von zehn Metern einzuhalten. Besonders gefährdet sind die Ohren. Wenn Knaller und Böller in unmittelbarer Nähe des Trommelfells gezündet werden, können sie einen Schallpegel von über 160 Dezibel erzeugen. Auch Feuerwerke erreichen bis zu 150 Dezibel und sind damit lauter als ein Presslufthammer. Die Schmerzgrenze liegt bei 120 Dezibel.
Wer in der Silvesternacht mit dem Auto unterwegs ist, sollte die Fenster geschlossen halten und "Feuerwerkern" ausweichen, rät der Automobilclub von Deutschland (AvD). Schäden an Fahrzeugen seien nur durch eine Vollkaskoversicherung gedeckt, erklärte der AvD. Es gilt also, den Wagen sicher zu parken, denn Kanonenschläge könnten schwere Schäden an Autos verursachen. Der AvD hob zudem hervor, dass auch derjenige mit dem Entzug des Führerscheins rechnen müsse, der Feuerwerkskörper auf Autos werfe.
