Mistelzweige zu Weihnachten



Eine alte keltische Tradition verbindet sich mit den Mistelzweigen.

Die Mistel. Gattung parasitischer Pflanzen aus der zur Ordnung der Sandelholzartigen gehörenden Familie Mistelgewächse mit 60 Arten, die vor allem in den Tropen vorkommen. Die häufigste der beiden in Mitteleuropa heimischen Arten ist die Weiße Mistel oder Laubholz-Mistel, die nur auf Laubbäumen wächst. Man findet sie häufig auf z. B. Birken, Pappeln und Apfelbäumen.

Sie ist eine immergrüne Pflanze mit kleinen, grünlichen Blüten, die als Früchte weiße Beeren entwickeln. Die Pflanze zählt zu den Halbschmarotzern, da sie selbst über grüne Blätter verfügt und daher Photosynthese betreiben kann. Nährstoffe und Wasser bezieht sie von der Wirtspflanze. Die zweite mitteleuropäische Art ist die Nadelholz-Mistel, die nur auf Nadelbäumen schmarotzt.

Es gibt verschiedene Unterarten, die jeweils auf bestimmte Gehölze spezialisiert sind, etwa nur auf Kiefern oder Fichten. In der Überlieferung und im religiösen Leben des vorchristlichen Europa spielte die Weiße Mistel eine bedeutende Rolle. Man hat ihr magische Kräfte zugeschrieben und sie als Heilmittel gegen Unfruchtbarkeit sowie als Gegenmittel gegen Gifte genutzt.

Die Mistel war vor allem die heilige und heilkräftige Pflanze der Kelten. Sie mußte von einem weißgekleidetem Priester nach streng festgelegtem Zeremoniell mit einer goldenen Sichel von der Eiche geschnitten werden. Verzaubertem Vieh flößte man einen Trank aus Misteln und Bier ein. Mistelzweige wurden oft als Amulett gegen bösen Zauer getragen. An Weihnachten hängte man die Misteln vor die Türe, um das Haus vor Blitzeinschlägen zu schützen. Wer einen Eichenmistelzweig in der rechten Hand trug, war gegen epileptische Anfälle gefeit. Auch hat man Kindern Mistelzweige um den Hals gehängt, um sie vor bösem Zauber zu schützen. Sich unter einem Mistelzweig zu küssen, soll Glück bringen.

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