Literatur aus der Uckermark
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Geschichten vom Uckermarksommer 1999Ich heisse Lisa Lehmann und wohne in Jamikow. Ab sofort werde ich an dieser Stelle monatlich eine Geschichte aus meinen beiden Büchern veröffentlichen. Ich schreibe seit meiner Pensionierung Heimatgeschichten. Kommen Sie einfach mit auf eine Abenteuer-Reise durch die Uckermark.
Im Park am 03.08.1999
Zu jedem Gutshaus gehörte ein Park. In unserem, hinter dem Gutshaus liegenden, stehen verschiedene große Bäume, unter anderem eine Linde. Umgeben ist er von einer Mauer. Ein Teil des Parkes wird von der im Gutshaus lebenden Familie zur Kleintierhaltung und gärtnerisch genutzt. Ein Pfirsich- und ein Pflaumenbaum tragen schon Früchte. Jedesmal wenn ich mich dort aufhalte, stelle ich mir vor, dass vor der Terrassentür des Gutshauses der geeignete Platz für den Freisitz eines kleinen Sommercafes wäre. Eine Raststätte für Ausflügler, die häufig mit Fahrrädern unseren Ort passieren, aber auch ein Treffpunkt für uns im Zentrum des Ortes – zwischen Dorfteich, Kinderspiel- und Fußballplatz könnte es sein. Bestimmt hatten schon andere aus dem Ort diese Idee. Aber keiner hat den Mut, das Risiko der Betreibung einzugehen, investiert werden müßte auch erst einmal kräftig. Das wenige Kapital, das die Leute hier haben, brauchen sie für den Erhalt ihrer Häuser und Nebengebäude. Dafür verzichten sie sogar auf Urlaubsreisen – ich hörte neulich ein solches Gespräch. Man ist für den wunderschönen Sommer dieses Jahres dankbar. Warum sollte einer auch Sonnenschein kaufen, wenn er umsonst zu haben ist. Also macht man sichs lieber hier bequem. Dazu würde so ein kleines Cafe prima passen, oder?Feuerwehrhaus und Fledermausgewölbe im Park am 03.08.1999
Im Park befindet sich ein kleines aus Feldsteinen errichtetes Haus. Mit dem im Fachwerkstil gebauten spitzen Dach sieht es aus wie das Hexenhaus aus "Hänsel und Gretel". Es gehörte zum Gut. Man erzählt, es habe als Kühlhaus gedient. Die Freiwillige Feuerwehr, der neuerdings der Schwiegersohn und der Enkel angehören, nutzt das Häuschen schon jahrelang für die Lagerung der Ausrüstung. Auffällig ist ein Kellergewölbe im Park unmittelbar neben dem Gutshaus. Das darüberliegende Gebäude, in dem der Inspektor wohnte, wurde 1965 abgetragen. Das Gewölbe wurde bei Aufräumungsarbeiten nicht zugeschüttet, weil drinnen Fledermäuse wohnen sollen. Eine halbmondförmige Öffnung stützt die Erdmassen ab und ermöglicht den vermeintlichen Bewohnern das Benutzen der Unterkunft. Ich habe im Umfeld des Gewölbes noch keine Fledermäuse gesehen. Aber an einem Abend nach der Trainingsstunde sah ich einige über die Friedhofsmauer flattern. Ein anderes Mal fand ich auf einem Baumstumpf an der Friedhofspforte ein Skelett liegen. Zuerst dachte ich an einen Vogel. Aber dann erkannte ich die Reste einer Fledermaus. Ich war erschrocken über den Anblick, denn das verendete Wesen sah recht giftig aus. Mit seinen spitzen Zähnen wirkte es wie ein kleines Ungeheuer. Gern hätte ich es dem Enkel gezeigt, brachte aber nicht fertig, es anzufassen und mitzunehmen. Am nächsten Tag war es verschwunden. Dass diese nachtaktiven Tiere für gruselige Geschichten herhalten müssen verstehe ich jetzt.Die Autorin lebt in Jamikow/Uckermark. Ihre Bücher und Postkarten sind in jeder Buchhandlung erhältlich. Weitere Informationen erhalten Sie per eMail oder telefonisch unter 033 33 1 - 66 3 64.
Veröffentlichungen der Autorin
- "Die Uckermark - Ein Sommermärchen" 7,60 Euro
- "Die Uckermark – Ein Heimatmosaik" 10,00 Euro
- Postkartenserie "Unterwegs in der Uckermark" Set-Preis 3,50 Euro
