Sagen und Geschichten - Angermünde

Wie der schwimmende Hirsch ins Angermünder Stadtwappen kam.

Vor vielen Jahrhunderten,als Angermünde noch inmitten dichter Wälder lag, gehörte es zu den Vergnügungen der hiesigen Burgherren, zu Pferd auf die Jagd zu gehen. An Wild herrschte kein Mangel, und so begab es sich einst, dass bei einem dieser Ausritte ein stattlicher Hirsch aufgespürt wurde. Der Hirsch aber ergriff die Flucht, woraufhin der Burgherr und seine Mannen die Verfolgung aufnahmen.

Stunde um Stunde verging, und erst als die Sonne sich dem Horizont näherte gelang es, das stolze Tier am Ufer des Mündesees zu umringen und ihm den Fluchtweg über Land abzuschneiden. Der Hirsch sah nur noch eine Möglichkeit zu entkommen: Er sprang beherzt in die Fluten des Sees und schwamm davon. Seine Verfolger zogen so zunächst den Kürzeren. Wäre der Hirsch doch nur in eine andere Richtung geschwommen. Dort aber,wo die Wellen des Sees fast schon an die Mauern Angermündes plätscherten,entstieg das gehetzte Tier schließlich dem Wasser und begab sich geradewegs durch ein Stadttor zu seinen Häschern.

Denen bot er ein leichtes Spiel, denn der Hirsch war so ermattet, dass er sich auf dem Marktplatz endgültig festsetzen ließ. Aus Genugtuung und Freude über den stattlichen Fang machte sich ein Jäger sogleich daran, von einem Turm der Stadt das Halali zu blasen. Dem Hirsch wurde schnell der Garaus gemacht. Das Stadtwappen aber, so will es die Sage, gewährt ihm bis heute ein ehrendes Angedenken.

Quelle: Brandenburg,Band 1 der Norden, Die Uckermark, ADAC Berlin-Brandenburg, Pro Line Concept-Verlag

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