Sagen und Geschichten - Dedelow
Das Geheimnis des alten Wohnhauses
Vor vielen Jahren gab es in der alten Dedelower Mühle einen zugereisten Müllergesellen, der allerlei Künste beherrschte. Bald war er in der ganzen Gegend bekannt, und keine Feier fand mehr ohne ihn statt. Keiner ahnte, daß er in Wirklichkeit der Böse selbst war, der den alten Müller in die Hölle holen wollte. Der schlaue alte Müller aber tröpfelte sich immer Kerzenwachs vom Altar in die Hosentaschen, was ihn schützte. Als eines Tages aber Löcher in seiner Hosentasche waren, fielen die Wachskugeln heraus. Damit hatte der böse Geselle Gewalt über ihn und verschwand spurlos mit dem alten Müller.
Nur die Bewohner des alten Wohnhauses wurden nachts durch unheimliches Stöhnen aus dem Schlaf gerissen. Sie hatten keine Ahnung von dem Kellergewölbe unter dem Haus und konnten dem alten Müller daher nicht helfen. Der Böse hatte den Müller dort angeschmiedet und quälte ihn Tag und Nacht, bis dieser starb. Lange noch wurden die Bewohner des alten Hauses durch Stöhnen erschreckt. Nachts sah man hin und wieder nebelhafte Schatten in Gestalt des dicken Müllers mit glühenden Ketten um den Hals umher huschen. Erst später entdeckte man das Kellergewölbe, beseitigte die Knochen und beendete so den Spuk.
Quelle: Festschrift "675 Jahre Dedelow"
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