Sagen und Geschichten - Gramzow

Der Schatz unter der Klosterruine

Sagen und Märchen haben sich auch um die Mauern der Klosterruine von Gramzow geschlungen. Auch von Schätzen, die sie noch verbergen, will man wissen. Ein Amtmannsknecht wußte ganz besonders gut damit Bescheid. Er erzählte den drei Söhnen seines Herrn, daß unter der Klosterruine ein Schatz verborgen sei, den man nur in der Geisterstunde bei Mondschein heben könne. Man dürfe aber dabei kein Wort sprechen.

Die neugierigen Söhne bewogen den Knecht, mit ihnen zur Ruine zu gehen, um nach dem Schatz zu graben. Munter gingen sie an die Arbeit. Nach einer geraumen Zeit stießen sie auf einen großen Kessel, in dem sie den Schatz vermuteten. Unerwartet kam der alte Amtmann hinzu, beobachtete eine Weile ihr Treiben und fragte dann verwundert, was sie eigentlich vorhätten. Alle schwiegen, weil sie fürchteten, sie könnten den Schatz verlieren.

Sie bedeuteten auch dem Amtmann, sich ruhig zu verhalten, am besten sich zu entfernen. Der aber wollte sich nicht abweisen lassen, forderte vielmehr mit barschen Worten Aufklärung. Da sagte ihm einer ganz leise ins Ohr: "Wir wollen den Schatz heben." Das aber hätte er nicht sagen dürfen. Zwar wurde der Kessel freigelegt und aus der Erde gehoben, aber man fand in dem Gefäß nichts weiter als wertlose Scherben.

Quelle: Uckermark,komm laß dich verzaubern..., Broschüre des Frauenprojektes PRAKTIKAS, Starke Frauen sehen Land - Frauen in der Dorf- und Regionalentwicklung

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