Sagen und Geschichten - Groß-Fredenwalde

Der Goldschatz im Weinberg bei Groß-Fredenwalde

Auf dem Weinberg lagen vorzeiten ungeheure Goldschätze. Obwohl es den Menschen bekannt war, getraute sich keiner an die Hebung der Schätze zu gehen; denn dieses Gold gehörte dem Teufel. Wer es haben wollte, mußte seine Seele dem Höllenfürsten verschreiben. Da war nun mal ein Bauer, der gar ärmlich war und nach einer Mißernte kaum noch was in die Suppe zu brocken hatte. Da ließ ihm der Gedanke an das Gold im Berge keine Ruhe.

Des Nachts träumte er davon und zu seiner Frau sprach er wohl mehr als einmal: "Wenn man doch nur einen Sack des verteufelten Goldes hätte." Da kam ihm auch schon der Leibhaftige, dem der Bauer jetzt reif zu sein schien, ins Haus. Der Bauer verschrieb seine Seele, wußte aber noch die Bedingung daran zu knüpfen, daß er wieder frei ausgehen sollte, wenn es ihm gelänge, das Gold zwischen dem ersten und zweiten Hahnenschrei zu bergen. Der Teufel dachte bei sich, daß er das nimmermehr möglich machen könne. Außerdem zeigte er dem Bauern nun nicht genauer die Lage des Schatzes, der mußte sich ihn vielmehr mühselig allein suchen. - Nun ging ein wildes Buddeln los. Die langen und tiefen Löcher, die der Bauer mit seinen Leuten grub, sind heute noch an dem Berge zu sehen.

Als nach wochenlanger Arbeit der Schatz endlich entdeckt und die nächste Nacht für seine Bergung angesetzt war, gab der Bauer vor dem Fortgehen seiner Frau ein breites Band, das sie dem Hahn nach dem ersten Schrei um den Hals binden sollte, damit ein zweiter Schrei verhindert würde. Durch diese List gelang es dem Bauern tatsächlich, den Schatz rechtzeitig zu bergen und den Teufel, der mit wilder Fratze abzog, zu übervorteilen.

Quelle: Unsere Heimat, Blätter für Heimatpflege, Unterhaltung und Belehrung, Wochenbeilage zum "Templiner Kreisblatt, Templiner Zeitung", Nr. 53, Freitag, den 04.März 1938, 91. Jahrgang

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