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Mündeseepromenade

Nicht versäumen sollte man einen Spaziergang auf der Mündeseepromenade nördlich der Altstadt. Früher wuschen die Angermünder hier ihre Wäsche, heute können Sie sich an dieser Stelle einen erholsamen Blick über den See gönnen. Am Ufer steht eine Reihe von in jüngster Zeit aufgestellten Steinplastiken.

Die Stadt Angermünde richtete seit 1991 in der Regel alle zwei Jahre Hartgesteinsymposien aus. Bildhauer aus ganz Europa schaffen dann aus den während der Eiszeit in die Uckermark verfrachteten Granitfindlingen Kunstwerke. Diese Findlingsskulpturen werden nach Abschluss der Symposien für ein bis zwei Jahre an der Mündeseepromenade ausgestellt.

Hartgesteinsymposium

Besprechnung beim Hartgesteinsymposium Seit 1997 treffen sich Granitbildhauer aus ganz Europa, um mehrere Wochen lang in Angermünde und Altkünkendorf neue Werke zu schaffen. Thema aller Symposien ist der "Findling", große von der letzten Eiszeit vor gut 10 000 Jahren in der Uckermark zurück gelassene Steine. Namhafte Künstler aus Lettland, Polen, Deutschland und Holland fanden sich hier zusammen, um gemeinsam auf dem historischen Klosterplatz neue Kunstwerke zu erarbeiten. Die entstandenen Skulpturen verblieben in Angermünde und sind an der Mündeseepromenade zu besichtigen. Beim Durchwandern der Freiluftgalerie wird selbst der nicht vorgebildete Kunstbetrachter sofort das Wechselspiel zwischen der Landschaft und den Skulpturen empfinden.

Verlorene Zeit

Verlorene Zeit" und "Treppe

Die Skulpturen "Verlorene Zeit" von Tom Wagenaar (Holland) und "Treppe" von Birgitt Knappe (Deutschland) zeigen Spuren, die erst mit fortlaufen der Zeit in Jahrhunderten entstehen. Diese Arbeiten entstanden im Wissen, dass die Zeichen der Künstler im Verlauf
Treppe der Geschichte weiter geschrieben werden. Die Form, einmal vom Künstler angelegt, wandelt sich mit der Zeit in die vorgegebene Richtung.

Magischer Kreis

Magischer Kreis

Eine Arbeit mit einer architektonischen Struktur, bestehend aus einem Kreis, in dessen Mitte sich drei vertikale Elemente befinden. Es ist gerade der Kontrast zwischen der dynamischen Senkrechte der inneren Stelen und der ausgleichenden Ruhe des äußeren Kreises, der die vorherrschende Eigenart des Werkes bestimmt. Die acht Findlinge, in einem Kreis angeordnet, werden von Luciano Dionsi (Italien) als Darstellung der kosmischen Balance angesehen.

Korsett

Korsett

Stanislav Gerada (Polen) verformte drei Findlinge indem er eine Art Korsett über die Steine legte. Die Steine wirken wie eingeschnürt. Bildhaft symbolisiert der Künstler damit die menschliche Einflussnahme auf die Natur. Der Findling verkörpert hier als Stoff der Erde die ursprüngliche Natur.

Tor

Tor

Rob Schreefels (Holland) "Tor" erinnert an alte Dolmenkulturen. Das Tor wird als Durchgang zu neuen Welten gesehen. Für unsere Vorfahren aus der Steinzeit bedeutete es den Durchgang zur lebensspendenden Erdgöttin, der großen Mutter. Auch der heutige Mensch braucht solche Bilder.

Pferd und Reiter

Pferd und Reiter

Paul Jaunsem (Lettland) geht fast spielerisch mit den großen Graniten um. Durch übereinander stapeln von übergroßen Findlingen entsteht eine Art Pferd und Reiterbild. Heiter oder ironisch gemeint, wer weiß das schon? Dieses Bild war zu allen Zeiten und Kulturen ein Thema. Meist ließen sich Herrscher und Feldherren so darstellen. Bei Jaunsem ist es nur ein kleiner Findling, der für die Nachwelt oben thront.

Segel mit Durchblick zum Hungerstein

Segel mit Durchblick zum Hungerstein

Aus bildhauerischer Erfahrung geht Joachim Karbe (Deutschland) behutsam mit Nähe und Distanz um. Zwei gleichförmige Steine zueinander gestellt bilden einen Moment der Anziehung. Zugleich entsteht ein Spalt, der einige Sekunden lang, eine Durchsicht zuläßt. Durch Ausrichtung der Skulptur auf einen Stein im Mündesee entsteht ein zusätzlicher zeitlicher Bezug. Der Betrachter kann, vorausgesetzt er kennt die Geschichte vom Angermünder Hungerstein, gute oder schlechte Zeiten prophezeien.

Einheit

Einheit

Die Skulptur "Einheit" spielt nicht auf die jüngere Deutsche Geschichte an. Janis Karlovs (Lettland) verweist mit seiner Arbeit auf lange im Baltikum erhaltene Bräuche, die die Verbindung der Menschen mit der Mutter Erde verdeutlichen. Einheit als Verbindung allen Lebens mit unserer Erde.

Gääs Findlinge

Gäas Findlinge

Jean-Michel Moraud (Frankreich) teilt die geschlossene Form des Findlings, um ihn zu einem anderen Objekt zusammenzufügen. Die innenliegenden Spiegelflächen nehmen durch den Lichteinfall Kontakt mit der Umgebung auf. Philosophisch betrachtet, ist die Zerrissenheit die Essenz der Empfindungen.

Dynamik

Dynamik

Größe, Form, Farbe, Struktur reizten den Künstler Dorsten Diekmann, den Block auszuwählen. Durch die Bearbeitung bekam er eine Bewegung, ein Dynamik in eine Richtung. Die Statik des schweren Steines wird scheinbar aufgehoben. Durch Schleifen und Polieren werden Strukturen, Farben, Kristalle sichtbar, die unter der rauhen Außenhaut verborgen sind.

In Balance

In Balance

In der Arbeit von Joachim Karbe (Deutschland) steht ein Dreitonnen-Findling auf der Spitze eines senkrecht stehenden Untersteins. Die eingeschnittenen Kanten verstärken optisch die Senkrechte und damit den Säulencharakter. Der Oberstein ist ein schwerer unregelmäßiger Findling. Er lastet gewagt auf einer schmalen Spitze.

Das Für und Wider

Das Für und Wider

Das Werk von Hella Horstmeier (Deutschland) an der Marienkirche ist von Gegensätzlichkeiten geprägt. Eine Spur ist zu sehen, hochpoliert führt sie über den Stein und endet in ihrer größten Breite beim Aufbruch. Hier lässt der Stein ein Stück seines Inneres sehen, wo Licht und Schatten sich abwechseln. Aus ihm kommt der Stahl, künstlich und hart. Er zeigt gleichzeitig Anlehnung und Führung, je nach Sichtweise und Standort.

Bewegung

Bewegung

Die Uckermark ist für Ton Kalle (Niederlande) das Paradies der Findlinge. "Die Natur habe ich zur Stadt gebracht. Und jetzt steht sie an dem Hang vor der alten Stadtmauer am Pulverturm - wie eine spiegelnde Bewegung in dieser Zeit. Ich versuche, die Sprache des Steins in ihrer elementarsten Form sichtbar zu machen. Dieses rauhe Material der Erde will sprechen. Das braucht Ruhe, Stille und Einsamkeit. Diese Elemente sind in meiner Arbeit immer vorhanden."

Text: Joachim Karbe Plastiker/Bildhauer Wolletzer Straße 5 16278 Altkünkendorf

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